Olaf’s Beziehung zum Stahlross
Olaf K. ist überzeugt, dass der Grundstein für seine Affinität zum Rad bereits in seiner Kindheit gelegt wurde. Während der gesamten Schulzeit legte er den Schulweg mit seinem Fahrrad zurück. Die Zeiten änderten sich und das Fahrradfahren und auch der Sport generell trat in den Hintergrund. Die Lehre, wenig motivierte Laufpartner, nicht sportbegeisterte Partnerinnen, mangelnde Zeit…. haben ihres dazu beigetragen. Doch wer kennt sie nicht; die Liste der Ausreden? Nach einer weiteren Trennung sagt Olaf offen, konnte er sich nicht mehr im Spiegel ansehen und es musste etwas geschehen. Im Fitnessstudio überredet, mal eine Cycling Stunde mitzufahren, war die erste Erfahrung alles andere als positiv. Die Stunde war eine 90 Minuten Class, nur in Trainingsshorts und gespickt mit wenig authentischen Bewegungen, war es für Olaf klar: “Ein Teufelszeug, das er nie wieder tun werde”. Er mühte sich ab mit Stepper, Rudergerät, Gruppenkursen, doch nichts konnte ihn fesseln. Nach 5 Monaten dann ein nächster Versuch mit Indoorcycling. Er bezeichnet den Unterschied wie “Tag und Nacht”. Sofort war Olaf gefesselt, fasziniert, sozusagen war es Liebe auf den ersten Blick. Fünf Tage die Woche hiess es Spinning/Schwinn Cylcing. Dieses authentische Training hat ihn dann auch dazu bewogen, mittlerweile auch wieder outdoor aktiv zu werden. Man trifft Olaf unterwegs durch die Wälder auf dem MTB.
Seitenwechsel
Training fünf Mal die Woche, fit wie ein Turnschuh, wurde Olaf angefragt, ob er sich nicht auch vorstellen könne, als Trainer zu unterrichten. Ein lokaler Ausbildner, der seiner Meinung nach das Beste aus dem Spinning und dem Schwinn Programm vereinte, bildete ihn zum Instruktor aus. Leider gab es dort aber keine Weiterbildungen und so gelangte er via Fast Track schlussendlich zu einem Grossanbieter.
Faszination Indoorcycling – Flow
Eine gute Stunde ist es, wenn der Kopf abschalten kann, Körper und Geist eins werden und man sich treiben lässt. Im Idealfall verliert man sogar das Gefühl für die Zeit. Olaf beschreibt den optimalen Zustand, den Flow, den man mit Indoorcycling verbindet und sehr gut erreichen kann. Er liebt solche Momente und versucht sie als Trainer, auch den Teilnehmenden nahe zu bringen. Der Moment, wo das Training beendet ist, der Körper runterkühlt und man einfach glücklich ist, das sind Emotionen pur.
Solche Momente werden geschaffen durch den harmonischen Aufbau, die Musik, die es zulässt, dass man alles ausblenden kann. Man geht auf die Strecke, lässt los, hat den Puls im Griff und kommt zum Happy End. Wie auch beim Essen, bleibe das Dessert in Erinnerung.
Für ihn persönlich ist Cycling ein Mittel, um einen Ausgleich zum Alltagsstress zu finden. Da es für ihn super funktioniert, versucht er dieses Gefühl auch seinen TeilnehmerInnen zu vermitteln. Und es scheint ihm auch erfolgreich zu gelingen; schon seit 17 Jahren unterrichtet er regelmässig und dies, wie er sagt, noch immer mit einer Prise Aufregung vor der Stunde. Sobald sich dieses Gefühl einmal nicht mehr einstellen sollte und er nicht mehr etwas aufgeregt vor der jeweiligen Stunde ist, sei dies dann das Zeichen aufzuhören.
Olaf weiss, was ihn motiviert. Wie motiviert er aber seine Teilnehmenden?
Für ihn ist eines wesentlich. “Ich bleibe ich und lasse meine Leidenschaft fliessen.” Er mag das Rumgeschreie nicht so; er mag es eher ruhig. “Ich packe die Teilnehmer von hinten und führe sie zum Ziel, ohne dass sie es merken. Ein Überraschungseffekt ist jedesmal gegeben, dank meiner Ideen und Kreativität.”
Freundschaften entstanden durch die geteilte Passion
Berlin, bzw. der Nordosten Deutschlands sei nicht sehr reich gesegnet mit Events. Dies hat Olaf auch dazu bewogen, an verschiedenen Events, u.a.auch im Ausland teilzunehmen. Solche Eventbesuche sind ihm immer sehr positiv in Erinnerung geblieben. Neue Freundschaften sind so entstanden und auch viele neue Ideen hat er mitgenommen. Solche Events sind für ihn die beste Weiterbildung, mittlerweile sind es auch Onlinestunden.
Eigene Events
Die Begeisterung, welche er an solchen Events erfahren hat, hat ihn auch dazu bewogen, selber einen Event zu organisieren. Olaf hat während 3 Jahren das grösste Berliner Cycling Event organisiert. Sein Fazit: Ich kenne nun beide Seiten, die des Organisators und die des Teilnehmers sehr gut. Aber so oder so “ohne Team geht nichts”!
Teamgedanke über Marken hinweg?
Da erkennt Olaf eine grosse Schwachstelle und sagt, “Das Branding nervt massiv. Dieser Markenhype ist eine Katastrophe! Unterm Strich machen wir alle – Schwinn, StarTrac, ICG,…- das Gleiche. Wir radeln auf der Stelle und kommen nicht vorwärts. Gerade während Corona habe ich sehr vieles kennen lernen dürfen. Und da ist vieles dabei, was der “Marke” nicht gerecht wird.”
“Aber auch an Events, wo ich aufgrund meiner “Marke” meist nur Gast sein darf, passt vieles nicht. Da sage ich mir oft, du fährst dichter an deren Programm, als der Presenter selbst.”
“In erster Linie zählt sowieso der Teilnehmer. Der Presenter stellt die Instrumente zur Verfügung, der Teilnehmer empfindet die Emotionen. Der Teilnehmer ist schlussendlich der Star, jeder einzelne davon.”
Sport als Leidenschaft
Olaf sieht den Sport als Leidenschaft. Er mag den Leistungsdruck nicht, sich ständig beweisen zu müssen. Sport ist für ihn Leidenschaft und kein Wettkampf (dies auf allen Ebenen). Er muss nicht immer der Beste, der Grösste sein. Leistungsdruck habe man schon genug im Geschäft und anderswo. Dies gehört nicht in die Freizeit! Dort geht es um Spass und Emotionen!
Danke Dir vielmals Olaf für Deine Zeilen. Wieder einmal mehr zeigt sich, dass Cycling so viele verschiedene Gesichter haben kann. Doch ob Leistungs- oder Hobbysportler, ob Trainer oder Teilnehmer, die Emotionen, die dieser Sport auszulösen vermag, sind immer auch die Motivation, dranzubleiben und sich zu verbessern.
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